Alles begann in der dritten Klasse. Wenn ich darüber nach denke ist das schon eine ganze Weile her. Aber wir waren ja alle mal jung. Es war die Zeit der wilden Umtriebigkeit, die Zeit des Ausprobierens, wilder Abenteuer. Hö? Ist ja wie heute auch. Eine tolle Erkenntnis. Jedenfalls trank ich in der dritten Klasse meine ersten Kaffee, mit ganz viel Milch und Zucker. Verrückt, den würde ich heute nicht mehr anrühren. Seit dem Tag trinke ich regelmäßig und gern Kaffee, habe etliche jugendliche Kaffeeaufdrehschocks überstanden und kann heute sogar mit ihm einschlafen.
Aus Filterkaffee wurde Türkischer Kaffee, aus türkischem Kaffee wurde Espresso Mokka aus dem Espressokocher. Parallel Kaffee aus der French Press, immer wieder ein Genuss. Schließlich kam zwangsläufig der Tag, an dem ich die magischen Kräfte einer Siebträgermaschine kennenlernte. Oh, man war ich verliebt.
Filterkaffee ist seit dem ein Grauen für mich, liegt vielleicht auch daran, dass ich mich mehr mit Kaffee beschäftigt habe und dieses gemahlene Zeug aus dem Supermarkt eh nur künstlich gestreckt wird. Logischer Schritt: selber mahlen. Ich kaufte mir eine kleine elektrische Mühle, welche für French Press und Espressokocher super geeignet ist, bei einer Siebträgermaschine aber wohl nicht den richtigen Mahlgrad erreicht. Wozu auch? So eine Siebträgermaschine kann ich mir eh nicht leisten.
Meine Eltern besitzen eine, brauchten noch eine gute Mühle, kauften diese auch vor meinen Augen und was mit mir? Ich, tja, der aufmerksame Leser ahnt es schon, ich habe jetzt auch eine. Eine kleine super tolle Maschine von Bezerra. Toll das Teil, toll der Espresso und sogar ein Kessel aus Messing. Doch nun bekam ich ein Problem. So eine Mühle wie meine Eltern konnte ich mir nicht leisten und meine kleine sollte auch nicht entsorgt werden. Für normalen Kaffee ist sie ja super. Da ich eh ein Mensch von schlichtem Design bin, antike Sachen mag, gern in der Vergangenheit lebe, blieb nur ein Ausweg: eine handbetriebene Espressomühle. Die ist der Hammer und stimmt mich jeden Morgen fröhlich.

Doch wie sieht mein Start in den Tag nun aus? Ich will die Geduld des Lesers jetzt nicht mit einem Roman langweilen und jeden Schritt für Schritt durchgehen. Ich möchte vielmehr einen kleinen Einblick geben, wie man einen Espresso zubereitet. Denn ein guter Espresso ist der beste Start in den Tag den ich haben kann. Aber Los geht’s:
1) Aufstehen, zur Maschine gehen, und diese Anschalten. Dann tägliche Badtätigkeiten durchführen. 10 bis 15 Minuten später ist die Maschine auf Betriebstemperatur.
2) Die Vorbereitungen, sprich, kurz Wasser laufen lassen (reinigt die Brüheinheit), die Espressotasse anwärmen und den Siebträger noch einmal reinigen.
3) Espresso mahlen, geschätzte 16 Gramm für einen doppelten Espresso in das Sieb füllen, kurz klopfen und abstreichen.

4) Tampern. Das ist gar nicht so einfach. Schön von oben mit gleichmäßigen Druck (ca. 10 bis 15 kg) und mit einer 360 Grad Drehung am Schluss.

5) Siebträger in die Brüheinheit einhängen und laufen lassen. Nach 25 Sekunden ist der Espresso fertig und mein Tag kann richtig beginnen.

Wer sich für weitere Informationen interessiert sollte unbedingt auf folgende Seiten schauen:
- Das Blog von Wolfram Sorg (Deutscher Baristameister 2011)
- Dort auch zu finden: Schritte bei der Zubereitung eines guten Espressos
- Für Potsdamer, mein Hausgeschäft in Sachen Kaffee: www.espressonisten.de
In diesem Sinne viele Dank für die Aufmerksamkeit und zum Abschluss an euch die Frage:
Wie macht ihr euch euren Kaffee? Wie startet ihr in einen guten Tag?
Alex direkt gibt euch Einblicke in das, was der Autor so in seinem Leben treibt. Er berichtet hier über Alltagsdinge, beschreibt Unternehmungen oder gibt Eindrücke über sein Wirken. Manches kurios, manches überraschend, manches langweilig, aber meistens lesenswert
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Eine sehr geile Bildserie, der Look passt prima. Ich persönlich bin von Maschinenkaffee abgekommen, werktags trink ich früh (der Tag beginnt etwa 5:30) nichts in die Richtung – auf Arbeit gibt es nur den ollen Maschinenkaffee… kommt aber auch darauf an wer kocht.
In die neue Wohnung werde ich eine Bodum-Kanne mitnehmen – da wird einfach Kaffeepulver in die Kanne gegeben, kochendes Wasser aufgefüllt, kurz ziehen gelassen und dann drückt man ein Bodum-Sieb nach unten. Dadurch wird das Kaffeepulver zum Boden gedrückt und klebt nicht in der Tasse. Finde der Kaffee schmeckt dadurch frischer… die Maschinen geben dem Ganzen immer ein merkwürdiges Aroma.
Viele Grüße!
Danke
Also in meinen Augen gibt es nichts besseres als einen Kaffee aus der Siebträgermaschine. Den kann man Filterkaffee nicht mal ansatzweise vergleichen (und ich kann den auch gar nicht mehr trinken). Das Prinzip wie du Kaffee zubereitest nennt sich “French Press” und benutze ich auch häufig. Wenn ich unterwegs bin oder mal mehr Leute zu Besuch sind, koche ich den Kaffee genauso. Der Kaffee daraus schmeckt auch ziemlich gut. Ich drücke den Kaffee immer nach vier bis fünf Minuten nach unten und gieße den dann in eine andere Kanne, dann kann er nicht weiterziehen und wird nicht bitter
Guter Tip! Danke.
Gerne
Man Alex, deine Texte und Bilder sind echt ein Traum, da geht einem ja das Herz auf! Und das, obwohl ich mit Kaffee nicht viel anfangen kann!!!
Mach weiter so; du wirst bestimmt ein prima Lehrer.
hehe danke